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Gehirn und Hörverlust

Unser Gehirn ist zu vielem fähig. Mit ihm sind all unsere Sinne verbunden und somit auch das Hören.

Der Schall legt einen weiten Weg zurück, bis er im Gehirn ankommt und verarbeitet wird.

 

Während der Schallaufnahme wird der Schall von der Ohrmuschel aufgenommen. Das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette werden in Schwingung versetzt und der Schall wird vom Mittelohr ans Innenohr weitergegeben. Im Innenohr werden diese Schwingungen in elektrische Signale umgewandelt, bevor diese über den Hörnerv zum Gehirn transportiert werden.

Unsere Ohren übernehmen die Schallweiterleitung, das Verstehen übernimmt das Gehirn.

Außenohr

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Mittelohr

Innenohr

Trommelfell

Gehörknöchelchenkette
(Hammer, Amboss, Steigbügel)

Hörnerv

Bogengänge

Ohrmuschel

Gehörgang

Cochlea

Paukenhöhle

Eustachische Röhre

Gehirn und Hörverlust

Bei einem Hörverlust kommen nicht alle Informationen, die das Gehirn zum Verstehen braucht, an.

Die Kommunikation mit Mitmenschen wird anstrengender, da das Gehirn alles aus dem Zusammenhang kombiniert, was die Ohren nicht weitergeben. Für Gespräche wird deutlich mehr Konzentration benötigt.

Das Gehirn ist dauerhaft angestrengt. Das führt zu Müdigkeit.

Menschen mit Hörverlust sind in Unterhaltungen oft nicht fokussiert. Die mögliche Folge ist, dass diese soziale Aktivitäten meiden, da sie mit komplexen Klangsituationen (z.B. große Gesellschaft) nicht zurechtkommen.

Dies kann zu Depressionen und sozialer Isolation führen.

Je länger ein Hörverlust vorliegt, desto hörentwöhnter ist das Gehirn. Dadurch sinkt die Fähigkeit gehörtes richtig zu verstehen und die Lautstärketolreanz sinkt progressiv.

Dieser Vorgang ist irreversibel und unterstreicht die Wichtigkeit der Vorsorge.

Je früher Sie aktiv werden, desto besser für Ihr Gehirn, denn es ist wichtig mit minimaler Anstrengung zu verstehen.

Eine unversorgte Hörminderung steigert das Risiko an Demenz und Alzheimer zu erkranken, da das Gehirn eine Form des Reizentzuges erfährt. Das Risiko ist abhängig vom Hörverlustgrad:

leichtgradiger Hörverlust - doppeltes Risiko

mittelgradiger Hörverlust - dreifaches Risiko

hochgradiger Hörverlust - fünffaches Risiko

die Funktionen des Hörens

(J. Eitner - Zur Psychologie und Soziologie Hörbehinderter. Heidelberg 1990)

Die sieben Funktionen des Hörens verdeutlichen, den Stellenwert unseres Hörsinns im alltäglichen Leben.

Diese Funktionen werden größtenteils erst im Kindesalter erlernt, wofür ein funktionierender Hörsinn unerlässlich ist.

 

 

Informationsfunktion

Im Alltag, liefert unser Hörsinn eine Vielzahl an Informationen. Ein eingeschränkter Hörsinn kann uns falsche Informationen liefern, die weitere Konsequenzen im Alltag mit sich bringen.

Warnungs- und Alarmierungsfunktion

Das Martinshorn, der Feuermelder oder andere Reize, die im Einzelfall Mechanismen des Selbstschutzes auslösen, hilft uns diese Funktion aus einer Vielzahl an Alltagsgeräuschen die uns schadenden Reize herauszufiltern und mit entsprechend zu reagieren.

Aktivierungsfunktion

Diese Funktion hat kognitive Verarbeitungsprozesse zur Folge und hilft uns geistig fit zu bleiben. Reize beleben oder lassen uns innerlich wieder aufleben. Das Gehirn bleibt aktiv.

Orientierungsfunktion

Mit Hilfe dieser Funktion können wir uns im Raum orientieren und eine ziemlich genaue Lokalisation treffen.

Kommunikationsfunktion

Grundlage sämtlicher verbaler Kommunikation ist die Kommunikationsfunktion.

Soziale Funktion

Mit einem gesunden Hörsinn können wir verbal und durch Zuhören Kontakte knüpfen und Verbindungen aufrecht erhalten.

Emotionale Wahrnehmungsfunktion

Sprache enthält nicht nur einseitige Botschaften, sondern eine Vielzahl an Informationen und Untertönen, an denen wir erkennen können, wie sich unser Gegenüber fühlt. Geht diese Funktion verloren können wir Stimmungslagen von Menschen schlechter erkennen und interpretieren Aussagen oder Verhalten im Einzelfall fehl. Spannungen und zwischenmenschliche Konflikte sind die Folge.

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